Was passiert bei dieser Erkrankung?
Die Kanäle in der Niere, die Salz zurückholen, arbeiten nicht richtig. Salz geht mit dem Urin verloren, und mit ihm auch Kalium und Kalzium. Eine Form beginnt vor der Geburt und ist schwerer. Die klassische Form beginnt in der frühen Kindheit und ist milder.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden hängen von der Form ab.
- In der Schwangerschaft zu viel Fruchtwasser und Risiko einer Frühgeburt
- Ungenügende Gewichtszunahme im Säuglingsalter
- Häufiges Wasserlassen, Austrocknung und Verstopfung
- Niedriges Kalium im Blut; Muskelschwäche, Krämpfe und Müdigkeit
- Kalziumverlust über den Urin und schwache Knochen
- Verkalkungen in der Niere
- Hörverlust (selten, bei einer Form)
Wie wird sie festgestellt?
Im Blut werden Kalium, Chlorid und Bikarbonat bestimmt. Im Urin werden Salz und Kalzium gemessen. Ein Gentest bestimmt die Form. Die vorgeburtliche Form kann in der Schwangerschaft durch zu viel Fruchtwasser auffallen.
Behandlung und Versorgung
Eine Behandlung, die die Erkrankung vollständig heilt, gibt es nicht, aber mit lebenslanger Behandlung lässt sie sich kontrollieren. Zusätzliches Salz und Kalium sind die Grundlage der Behandlung. Auch Medikamente, die den Verlust über die Niere verringern, werden eingesetzt. Es wird empfohlen, reichlich Salz und Wasser aufzunehmen. Bei Hörverlust kann ein Cochlea-Implantat eingesetzt werden. Mit zunehmendem Alter wird die Kontrolle oft einfacher. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird rezessiv vererbt. Mutter und Vater sind meist gesunde Anlageträger. Bei einem Paar von Anlageträgern liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind in jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Ehen unter Verwandten kann diese Wahrscheinlichkeit steigen. Eine genetische Beratung wird empfohlen.