Was passiert bei dieser Erkrankung?
Die Nieren holen das Salz aus dem Urin ins Blut zurück. Beim Gitelman-Syndrom gelingt das nicht vollständig. Salz geht mit dem Urin verloren. Dadurch gerät auch das Gleichgewicht von Kalium, Magnesium und Kalzium durcheinander. Die Beschwerden beginnen meist in der späten Kindheit oder in der Pubertät.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden können selbst innerhalb einer Familie sehr verschieden sein. Bei den meisten verläuft die Erkrankung mild.
- Schmerzhafte Muskelverkrampfungen, Krämpfe und Muskelschwäche (häufig)
- Schwindel und Lust auf Salz (häufig)
- Kribbeln der Haut, am häufigsten im Gesicht (häufig)
- Starke Müdigkeit (bei manchen)
- Niedriger Blutdruck (bei manchen)
- Schmerzhafte Kristallablagerungen im Gelenk (bei manchen)
- Risiko für Herzrhythmusstörungen (bei manchen)
Wie wird sie festgestellt?
Die Ärztin oder der Arzt schließt zuerst häufigere Ursachen für ein niedriges Kalium aus. Im Bluttest sind Kalium und Magnesium niedrig. Im Urintest ist Kalzium niedrig und Kalium hoch. Ein Gentest bestätigt die Diagnose.
Behandlung und Versorgung
Die Erkrankung besteht lebenslang. Eine sichere Heilung gibt es bisher nicht, aber die Betreuung lindert die Beschwerden. Ziel ist es, das Salzgleichgewicht im Blut zu erhalten. Die meisten Betroffenen nehmen täglich zusätzlich Kalium und Magnesium ein. Eine salzreiche und kaliumreiche Ernährung kann empfohlen werden. Fachleute für Nieren überwachen mit regelmäßigen Bluttests. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Das Gitelman-Syndrom wird rezessiv vererbt. Um zu erkranken, braucht es zwei veränderte Gene; eines stammt von der Mutter, eines vom Vater. Eltern, die Anlageträger sind, haben meist keine Beschwerden. Bei einem Paar von Anlageträgern liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind in jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Ehen unter Verwandten kann die Wahrscheinlichkeit steigen, dass zwei Anlageträger zusammenkommen. Eine genetische Beratung erklärt der Familie die Risiken.