Was passiert bei dieser Erkrankung?
Das Gen RB1 verhindert normalerweise, dass sich Zellen unkontrolliert teilen. Sind beide Kopien dieses Gens verändert, vermehrt sich eine Zelle der Netzhaut und bildet einen Tumor. Der Tumor kann in einem oder in beiden Augen entstehen. Ohne Behandlung kann er sich über das Auge hinaus ausbreiten.
Welche Beschwerden können auftreten?
Das erste Zeichen, das auffällt, ist meist ein weißes Leuchten in der Pupille.
- Weißer Reflex in der Pupille; deutlich auf Fotos mit Blitz (am häufigsten)
- Schielen
- Veränderung der Farbe der Iris
- Schmerzen oder Rötung im Auge, Schwellung der Augenlider
- Schlechteres Sehen am betroffenen Auge
- Trüb wirkende Pupille oder ein Auge, das größer als normal ist
Wie wird sie festgestellt?
Die Pupille wird mit Tropfen erweitert und die Netzhaut betrachtet. Bei kleinen Kindern kann diese Untersuchung in Narkose erfolgen. Es werden ein Ultraschall des Auges und eine MRT gemacht. Für die Diagnose muss meist keine Gewebeprobe entnommen werden. Ein Test des RB1-Gens unterscheidet die erbliche Form.
Behandlung und Versorgung
Die Behandlung wird von einem Team aus Kinderonkologie und Kinderaugenheilkunde geplant. Ziel ist zuerst, das Leben zu retten, dann das Auge und das Sehen zu erhalten. Laser, Kältebehandlung, Wärmebehandlung, Chemotherapie und Strahlentherapie können eingesetzt werden. Manchmal muss das Auge operativ entfernt werden. Nach der Behandlung finden regelmäßige Augenkontrollen auf neue Tumoren statt. Bei der erblichen Form ist das Risiko für andere Krebsarten später erhöht, deshalb ist eine lange Nachsorge wichtig. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Etwa ein Drittel der Retinoblastome ist erblich. Die erbliche Form wird dominant vererbt; die Wahrscheinlichkeit, dass die Genveränderung an das Kind weitergegeben wird, liegt bei jeder Schwangerschaft bei 1 von 2. Die Veränderung kann von einem Elternteil stammen oder neu entstehen. Die übrigen zwei Drittel sind nicht erblich und werden nicht an Kinder weitergegeben. Bei Babys aus Familien mit Retinoblastom sind frühe und regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig. Eine genetische Beratung und ein Gentest klären das Risiko der Geschwister.