Was passiert bei dieser Erkrankung?
Das Immunsystem ist überaktiv und schädigt eigenes Gewebe. Das Eiweiß Kollagen wird im Übermaß gebildet. In der Haut und in den Organen entsteht Narbengewebe. Auch kleine Blutgefäße werden geschädigt und die Durchblutung nimmt ab.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Erkrankung beginnt meist mit einem Raynaud-Syndrom. Folgendes kann auftreten:
- Weiß- oder Blauverfärbung der Finger bei Kälte (häufig)
- Schwellung der Finger, später Verhärtung der Haut
- Wunden an den Fingerspitzen
- Schluckbeschwerden und Sodbrennen
- Atemnot und trockener Husten
- Gelenkschmerzen und Steifigkeit
- Bluthochdruck und Nierenprobleme (manchmal)
Wie wird sie festgestellt?
Die Ärztin oder der Arzt untersucht Haut, Lunge und Herz. Die kleinen Blutgefäße am Nagelfalz können mit einer Vergrößerung betrachtet werden. Im Blut werden Antikörpertests gemacht. Mit einer Computertomographie der Lunge, einem Herzultraschall und Lungenfunktionstests werden die Organe kontrolliert.
Behandlung und Versorgung
Die Behandlung richtet sich danach, welche Organe betroffen sind. Medikamente, die das Immunsystem dämpfen, können die Erkrankung verlangsamen. Auch Medikamente für die Durchblutung, gegen Sodbrennen und zur Einstellung des Blutdrucks werden eingesetzt. Physiotherapie und Dehnübungen erhalten die Beweglichkeit. Hände und Füße warm zu halten und mit dem Rauchen aufzuhören, ist wichtig. Bei manchen Menschen mit rasch fortschreitendem Verlauf kann eine Stammzelltransplantation erwogen werden. Regelmäßige Kontrollen von Blutdruck und Organen sind nötig. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die systemische Sklerose folgt keinem bestimmten Erbgang. Bei den meisten Betroffenen gibt es in der Familie keine weiteren Erkrankten. Manche Genvarianten können das Risiko etwas erhöhen. Gene und Umwelt spielen zusammen eine Rolle.