Sind Muttermal, Stielwarze, seborrhoische Keratose und Fleck dasselbe?
Im Alltag wird fast jede Erhabenheit oder jeder dunkle Punkt, der im Laufe des Lebens auf der Haut erscheint, 'Muttermal' genannt. Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Gebilde, mit denen unterschiedlich umgegangen wird. Die folgende Tabelle ist kein Diagnoseinstrument; sie zeigt lediglich, was die Ärztin oder der Arzt bei der Untersuchung zu unterscheiden versucht.
| Hautveränderung | Wie sie meist aussieht | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Muttermal (Nävus) | Rund oder oval, glatt begrenzt, einfarbig; kann flach oder erhaben sein, es können Haare darauf wachsen | Die meisten sind harmlos. In Kindheit und Jugend kommen neue hinzu; in der Schwangerschaft können sie leicht nachdunkeln |
| Stielwarze (weiches Fibrom) | Weicher, hautfarbener oder etwas dunklerer kleiner Auswuchs mit Stiel; in Hautfalten mit Reibung wie Hals, Achselhöhle, Augenlid oder unter der Brust | Harmlos; kann mit Reibung, Übergewicht, Schwangerschaft und Typ-2-Diabetes zusammenhängen |
| Seborrhoische Keratose | Wie auf die Haut aufgeklebt wirkende, warzenartige oder an einen Wachstropfen erinnernde, meist braune Erhabenheit | Häufig ab dem mittleren Lebensalter, harmlos und nicht ansteckend; das Aussehen kann manchmal an Hautkrebs erinnern |
| Sonnenfleck, Sommersprosse, Melasma | Flache dunklere Verfärbungen ohne Erhabenheit | Einzelheiten finden Sie im Beitrag „Pigmentflecken und Melasma“ |
Diese Unterscheidung ist mit bloßem Auge nicht immer leicht. Eine gutartige seborrhoische Keratose kann besorgniserregend aussehen; umgekehrt kann das Melanom, eine Form von Hautkrebs, wie ein harmloses Muttermal oder ein harmloser Fleck aussehen. Ärztinnen und Ärzte nutzen für diese Unterscheidung zusätzlich zum bloßen Auge eine beleuchtete Lupe, das sogenannte Dermatoskop.
Welche Muttermale und Flecken sollten ärztlich gezeigt werden?
Dermatologische Fachgesellschaften empfehlen der Bevölkerung zwei einfache Hilfsmittel. Das erste ist die ABCDE-Regel, die bei der Betrachtung einer einzelnen Hautveränderung angewendet wird. Das zweite ist das Zeichen des 'hässlichen Entleins', bei dem die Hautveränderung mit den übrigen Muttermalen der Person verglichen wird.
Ein Muttermal oder Fleck mit einem dieser Merkmale sollte ohne Verzögerung ärztlich gezeigt werden (ABCDE-Regel)
- A – Asymmetrie: Die eine Hälfte der Hautveränderung gleicht der anderen nicht.
- B – Begrenzung (Border): Die Ränder sind unregelmäßig, gezackt oder unscharf.
- C – Farbe (Color): Statt einer Farbe finden sich mehrere Farben oder Farbtöne (hell- und dunkelbraun, schwarz; manchmal rot, weiß, blau).
- D – Durchmesser (Diameter): Meist größer als 6 mm, also größer als der Radiergummi am Ende eines Bleistifts; ein Melanom kann jedoch auch entdeckt werden, wenn es noch kleiner ist.
- E – Entwicklung (Evolving): Größe, Form oder Farbe verändern sich.
- Ein Muttermal, das juckt, schmerzt, blutet, verkrustet oder sich entzündet
- Ein neu aufgetretener, ungewöhnlich aussehender Fleck oder eine Wunde, die innerhalb einiger Wochen nicht verschwinden; auch an Handflächen und Fußsohlen
- Eine dunkle Stelle unter dem Nagel, die nicht auf einen Stoß zurückgeht
Das Zeichen des 'hässlichen Entleins' beruht auf folgender Beobachtung: Die Muttermale eines Menschen ähneln einander in der Regel; sie sind gewissermaßen wie Mitglieder einer Familie. Auffällig ist ein Muttermal, das den anderen nicht gleicht, das dunkler, größer oder unregelmäßiger ist als sie oder das im Gegenteil für sich allein anders dasteht. In einer Studie mit Fachärztinnen und Fachärzten für Hautkrankheiten wurde berichtet, dass die Beurteilung der Muttermale im Vergleich mit den übrigen Muttermalen der Person die Zahl der unnötig als verdächtig eingestuften Muttermale deutlich verringerte und dass alle Melanome der Studie auf diese Weise als 'andersartig' markiert wurden.
Diese Kriterien sind ein Hilfsmittel zur Früherkennung, keine Diagnose. Die meisten Hautveränderungen, die die Kriterien erfüllen, erweisen sich bei der Untersuchung als harmlos; selten kann auch eine Hautveränderung problematisch sein, die die Kriterien nicht vollständig erfüllt. Warten Sie deshalb nicht darauf, dass alle Punkte zutreffen, um einen Fleck zu zeigen, bei dem Sie 'kein gutes Gefühl' haben.
Notfall oder kann es warten?
Ein sich veränderndes Muttermal erfordert meist keinen Gang in die Notaufnahme; Gesundheitsorganisationen zählen dies zu den Situationen, die 'nicht dringend sind, aber ärztlich abgeklärt werden sollten'. Andererseits ist ein Melanom sehr viel leichter zu behandeln, wenn es früh erkannt wird. Die richtige Haltung liegt in der Mitte: sich untersuchen lassen, ohne in Panik zu geraten, aber auch ohne es monatelang aufzuschieben.
| Situation | Was tun |
|---|---|
| Muttermal, das seit Jahren unverändert ist und Ihren übrigen Muttermalen ähnelt | Beobachten genügt; sehen Sie sich von Zeit zu Zeit selbst an, fotografieren Sie Muttermale, bei denen Sie unsicher sind, und vergleichen Sie die Fotos |
| Stielwarze oder Erhabenheit, die scheuert, hängen bleibt oder optisch stört | Es eilt nicht; wenn Sie sie entfernen lassen möchten, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt |
| Hautveränderung mit einem der oben genannten Warnzeichen | Zeigen Sie sie ohne Verzögerung, innerhalb von Tagen bis Wochen, einer Fachärztin oder einem Facharzt für Dermatologie; schieben Sie keine ästhetische Behandlung dazwischen |
| Schnell wachsende, von selbst blutende oder nicht heilende Wunde | Lassen Sie sich untersuchen, ohne abzuwarten |
Für Menschen mit sehr vielen Muttermalen, mit heller Haut, mit Hautkrebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte sowie für Menschen, die früher häufig Sonnenbrände hatten oder ein Solarium genutzt haben, ist außerdem eine regelmäßige Hautuntersuchung in den ärztlich empfohlenen Abständen wichtig. Welchen Stellenwert dieses Thema im höheren Alter hat, wird im Beitrag „Hautpflege und medizinische Ästhetik ab 50“ behandelt.
Warum werden Laser, IPL und Haarentfernung nicht auf Muttermalen angewendet?
Laser und intensiv gepulstes Licht (IPL) werden vom Hautfarbstoff Melanin aufgenommen. Da Muttermale viel Melanin enthalten, nehmen sie das Licht stark auf. Das hat zwei Folgen. Erstens können an der Stelle des Muttermals Verbrennungen, Blasen und Narben entstehen. Zweitens, und das ist wichtiger, verändert sich das Aussehen des Muttermals.
In einer systematischen Übersichtsarbeit zu Muttermalen, über die bei einer Laser-Haarentfernung hinwegbehandelt wurde, wurden Verkleinerung, Aufhellung oder Nachdunkelung, Asymmetrie der Form und Veränderungen des dermatoskopischen Bildes berichtet. In derselben Übersichtsarbeit wurde festgehalten, dass kein dokumentierter Fall vorliegt, in dem sich ein Muttermal nach einer Laser-Haarentfernung in Krebs umgewandelt hat, dass die Langzeitdaten jedoch begrenzt sind. Die Sorge ist also nicht, dass der Laser das Muttermal in Krebs verwandelt. Die Sorge ist, dass ein Muttermal mit verändertem Aussehen später schwerer zu beurteilen ist und ein echtes Warnzeichen übersehen werden kann.
- Bei Haarentfernung und Lichtbehandlungen werden Muttermale ausgespart oder abgedeckt und so geschützt.
- Wenn ein Muttermal verdächtig aussieht, wird empfohlen, es vor der Behandlung einer Fachärztin oder einem Facharzt für Dermatologie zu zeigen.
- Das 'Weglasern eines Muttermals aus ästhetischen Gründen' ist ein eigenes, umstrittenes Thema: Da der Laser das Gewebe zerstört, bleibt kein Gewebestück zur Untersuchung zurück; ein Teil der Muttermalzellen kann in der Haut verbleiben und sich erneut färben. Deshalb liegt die Entscheidung bei der Ärztin oder dem Arzt, die oder der die Hautveränderung untersucht.
Einzelheiten zur Haarentfernung werden im Beitrag „Probleme nach Laser-Haarentfernung“ behandelt, die Sorge vor Krebs im Beitrag „Gerücht: Laser-Haarentfernung verursacht Krebs – was sagt die Wissenschaft?“.
Die große Mehrheit der Muttermale und Stielwarzen ist harmlos; dennoch sollte die Reihenfolge lauten: erst die Diagnose, dann die Ästhetik. Eine Hautveränderung, die sich verändert, blutet oder anders aussieht als die übrigen, vor Laser oder Creme einer Ärztin oder einem Arzt zu zeigen, verhindert, dass sich eine mögliche Diagnose verzögert.
Dr. Hamza GemiciMedizinischer Direktor von DoktorClub · Arzt für ästhetische Medizin
Warum sind Laser oder aufhellende Creme bei einem nicht diagnostizierten Fleck bedenklich?
Nicht jede dunkle Verfärbung, die für einen Sonnenfleck gehalten wird, ist ein Sonnenfleck. In sonnengeschädigter Haut, besonders im Gesicht, gibt es eine Melanomform, die als langsam wachsender, flacher, brauner Fleck beginnt (Lentigo maligna) und mit harmlosen Flecken verwechselt werden kann. Bei der Auswertung der Akten von 503 Patientinnen und Patienten, die in einem Krebszentrum innerhalb von zehn Jahren diese Diagnose erhalten hatten, zeigte sich, dass 37 von ihnen (etwa 7 Prozent) dieselbe Hautveränderung zuvor aus ästhetischen Gründen mit Vereisung, Laser oder aufhellender Creme hatten behandeln lassen. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass solche Anwendungen die Diagnose verzögern und, weil sie die Grenzen der Hautveränderung unscharf machen, eine ausgedehntere Operation erforderlich machen können.
Dieser Anteil stammt aus den rückblickend ausgewerteten Daten eines einzelnen Zentrums und ist kein Maß für das Risiko aller Menschen, die einen Fleck lasern lassen. Er zeigt etwas Schlichteres: Die Farbe aufzuhellen heißt nicht, eine Diagnose zu stellen. Laser oder Creme können das sichtbare Pigment des Flecks verringern; bleiben die darunterliegenden Zellen an Ort und Stelle, ist das Problem nur verdeckt.
- Bevor ein Fleck mit Laser, IPL, Peeling oder aufhellender Creme behandelt wird, sollte ärztlich geklärt sein, worum es sich bei dem Fleck handelt.
- Das ist besonders wichtig bei Flecken, die einzeln stehen, sich von den anderen unterscheiden, unregelmäßig begrenzt sind oder wechselnde Farbtöne haben.
- Ein Fleck, der trotz Behandlung wiederkommt oder seine Form verändert, sollte erneut beurteilt werden.
- Wenn es ärztlich für nötig gehalten wird, wird dem Fleck ein kleines Gewebestück entnommen (Biopsie) und untersucht; das ist kein Hindernis, das die Behandlung verzögert, sondern die Voraussetzung dafür, dass sie sicher ist.
Welches Verfahren bei Flecken nach der Diagnose gewählt wird, erfahren Sie im Beitrag „Laser gegen Pigmentflecken“.
Wie werden Stielwarzen und seborrhoische Keratosen entfernt?
Aus gesundheitlicher Sicht müssen Stielwarzen und seborrhoische Keratosen nicht entfernt werden. Sie können entfernt werden, wenn sie scheuern und gereizt sind, bluten, an Schmuck oder Kleidung hängen bleiben oder wenn ihr Aussehen die Person stört. Die wichtigsten ärztlich angewendeten Verfahren sind:
- Vereisung (Kryotherapie): Die Hautveränderung wird mit flüssigem Stickstoff vereist; innerhalb von Tagen verkrustet sie und fällt ab.
- Entfernung mit Hitze (Kauterisation) oder Abtragen mit der chirurgischen Schere oder dem Skalpell: Erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und dauert nur kurz.
- Kürettage und Shave-Abtragung (Abschaben und flaches Abtragen): Wird bei oberflächlichen Hautveränderungen wie der seborrhoischen Keratose eingesetzt.
Auch wenn diese Eingriffe klein wirken, sind es medizinische Eingriffe. Danach können Narben oder eine Nachdunkelung bzw. Aufhellung der Haut zurückbleiben; dieses Risiko ist bei dunkleren Hauttypen höher, und die Veränderung ist zwar meist vorübergehend, bildet sich aber manchmal nicht zurück. Bei Menschen mit einer Neigung zu erhabenen Narben sollte das eigens besprochen werden; Einzelheiten finden Sie im Beitrag „Narben und Keloide“. Dass eine entfernte Hautveränderung an derselben Stelle erneut auftritt, ist in der Regel nicht zu erwarten; bei entsprechender Veranlagung können jedoch an anderen Stellen neue entstehen.
Wenn eine Stielwarze wächst, schmerzt, blutet oder ihre Zahl in kurzer Zeit stark zunimmt, zeigen Sie sie ärztlich, bevor Sie sie entfernen lassen. Nicht jeder Auswuchs, der wie eine Stielwarze aussieht, ist eine Stielwarze.
Warum sind Abbinden mit einem Faden, Säuren oder Cremes zum 'Wegmachen von Muttermalen' zu Hause riskant?
Im Internet und in manchen Geschäften werden Salben, Gele, Stifte und Flüssigkeiten verkauft, die Muttermale, Stielwarzen und ähnliche Hautveränderungen angeblich 'zu Hause abfallen lassen'. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat erklärt, dass es kein von ihr für diesen Zweck zugelassenes verschreibungspflichtiges oder rezeptfreies Arzneimittel gibt, und Verbraucherinnen und Verbraucher davor gewarnt, diese Produkte zu verwenden. Die Behörde gibt an, Meldungen über Personen erhalten zu haben, bei denen nach der Anwendung dieser Produkte bleibende Hautschäden und Infektionen aufgetreten sind.
- Verätzung und Narben: Diese Produkte können hochkonzentrierte Salicylsäure oder andere ätzende Stoffe enthalten. Sie beseitigen die Hautveränderung meist nicht vollständig; an der gesunden Haut der Umgebung können sie Narben und Farbveränderungen hinterlassen. Das Ergebnis kann, besonders im Gesicht, störender sein als die ursprüngliche Hautveränderung.
- Infektion: Es wurden Infektionen berichtet, die eine Antibiotikabehandlung erforderten.
- Verzögerte Diagnose: Wenn die Hautveränderung teilweise zerstört wird oder ihr Aussehen sich verändert, ist für die Ärztin oder den Arzt schwerer zu erkennen, ob es sich um Hautkrebs handelt. Ein nicht vollständig entfernter Hautkrebs kann weiterwachsen.
- Die Aufschrift 'natürlich' oder 'pflanzlich' bedeutet nicht, dass ein Produkt sicher ist; auch solche Produkte können ätzende Stoffe enthalten.
- Abbinden mit einem Faden oder einem Haar, Abschneiden mit der Nagelschere: birgt das Risiko von Blutungen, Infektionen und Narben. Gesundheitsorganisationen empfehlen, eine Stielwarze nicht selbst zu entfernen, sofern es nicht ärztlich empfohlen wurde.
- Für ätzende Stifte und 'Plasma'-Geräte zur Anwendung zu Hause gelten dieselben Bedenken.
Die Risiken anderer Anwendungen zu Hause werden im Beitrag „Nadelfreier Hyaluron-Pen und Behandlungen zu Hause“ behandelt.
Warum wird ein entferntes Muttermal in die Pathologie geschickt?
Mit Sicherheit lässt sich nur sagen, worum es sich bei einer Hautveränderung handelt, wenn das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht wird. Entfernt die Ärztin oder der Arzt ein Muttermal wegen eines Verdachts, wird das Gewebestück deshalb zur feingeweblichen (pathologischen) Untersuchung geschickt. Bei Hautveränderungen mit typischem Aussehen, etwa einer Stielwarze, wird ärztlich entschieden, ob eine Untersuchung nötig ist; wenn Sie unsicher sind, haben Sie das Recht, nach dem Grund zu fragen.
Das beeinflusst auch die Wahl des Verfahrens. Ein herausgeschnittenes Muttermal kann untersucht werden; von einer Hautveränderung, die mit dem Laser verdampft, vereist oder mit Säure verätzt wurde, bleibt kein Gewebe zur Untersuchung zurück. Darin liegt auch der wichtigste Einwand dagegen, ein Muttermal von einer nichtärztlichen Person, im Kosmetikstudio oder zu Hause entfernen zu lassen: Schiefgehen kann nicht nur die Narbe, sondern auch eine Diagnose, die nie gestellt wurde.
Wie können Sie Ihre Muttermale beobachten?
- Sehen Sie sich alle paar Monate bei gutem Licht Ihre gesamte Haut an; nutzen Sie für Rücken, Kopfhaut, Fußsohlen und Nägel einen Spiegel oder die Hilfe einer nahestehenden Person.
- Fotografieren Sie Muttermale, bei denen Sie unsicher sind, mit einem danebengelegten Lineal; verfolgen Sie Veränderungen anhand der Fotos und nicht aus dem Gedächtnis.
- Setzen Sie die Antwort 'harmlos' von Smartphone-Apps und KI-Werkzeugen nicht an die Stelle der Untersuchung; diese Hilfsmittel können sich irren.
- Schützen Sie sich vor der Sonne und nutzen Sie kein Solarium; ultraviolette Strahlen erhöhen das Hautkrebsrisiko. Einzelheiten finden Sie im Beitrag „Sonnenschutz-Ratgeber“.
- Zeigen Sie Muttermale und neue Flecken im Behandlungsbereich von sich aus, auch wenn man Sie dort, wo Sie eine ästhetische Behandlung durchführen lassen, nicht danach fragt.
Dieser Beitrag will keine Angst machen. Der weitaus größte Teil der Muttermale und Stielwarzen bereitet ein Leben lang keine Probleme. Es kommt nur darauf an, die Reihenfolge richtig zu wählen: erst die Diagnose, dann die Ästhetik.
Fragen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt
- Ist diese Hautveränderung ein Muttermal, eine Stielwarze, eine seborrhoische Keratose oder etwas anderes?
- Gibt es unter meinen Muttermalen eines, das beobachtet oder entfernt werden sollte?
- Ist eine Untersuchung mit dem Dermatoskop nötig; wie oft sollte ich zur Kontrolle kommen?
- Was empfehlen Sie für die Muttermale und Flecken im Bereich der Laser-, IPL- oder Haarentfernungsbehandlung, die ich plane?
- Ist vor einer Behandlung dieses Flecks eine Biopsie nötig?
- Mit welchem Verfahren entfernen Sie dieses Muttermal, und warum haben Sie dieses Verfahren gewählt?
- Wird das entfernte Gewebe in die Pathologie geschickt; wann und wie erfahre ich das Ergebnis?
- Wie hoch ist bei meinem Hauttyp und in dieser Region die Wahrscheinlichkeit für Narben, Farbveränderungen oder ein Wiederauftreten?
- Bei welcher Veränderung sollte ich kommen, ohne den Kontrolltermin abzuwarten?
Häufige Fragen
Muss jedes Muttermal ärztlich gezeigt werden?
Nein. Bei Muttermalen, die sich seit Jahren nicht verändern und Ihren übrigen Muttermalen ähneln, genügt die Beobachtung. Muttermale, die neu auftreten, sich verändern, anders aussehen als die übrigen, jucken oder bluten, sollten ohne Verzögerung gezeigt werden.
Was passiert, wenn bei der Laser-Haarentfernung über ein Muttermal hinwegbehandelt wird?
Am Muttermal können Verbrennungen sowie Farb- und Formveränderungen entstehen. In den bisherigen Übersichtsarbeiten wurde nicht gezeigt, dass dies zu Krebs führt; ein Muttermal mit verändertem Aussehen ist später jedoch schwerer zu beurteilen. Zeigen Sie das Muttermal in einem solchen Fall einer Fachärztin oder einem Facharzt für Dermatologie und sagen Sie, dass eine Haarentfernung durchgeführt wurde.
Kann aus einer Stielwarze Krebs werden?
Stielwarzen sind harmlose Gebilde. Allerdings ist nicht jeder Auswuchs, der einer Stielwarze ähnelt, tatsächlich eine; eine Hautveränderung, die wächst, schmerzt, blutet oder ihr Aussehen verändert, sollte ärztlich gezeigt werden.
Kann ich eine Stielwarze zu Hause mit einem Faden abbinden, damit sie abfällt?
Das wird nicht empfohlen. Es drohen Blutungen, Infektionen und Narben; außerdem hat dann keine Ärztin und kein Arzt gesehen, ob es sich wirklich um eine Stielwarze handelt. Wenn Sie sie entfernen lassen möchten, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Sind im Internet verkaufte Cremes zum Entfernen von Muttermalen sicher?
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat mitgeteilt, dass es kein für diesen Zweck zugelassenes Produkt gibt, und wegen des Risikos von Verätzungen, Narben, Infektionen und einer verzögerten Hautkrebsdiagnose empfohlen, diese Produkte nicht zu verwenden.
Warum ist eine Untersuchung nötig, bevor ich meinen Fleck lasern lasse?
Manche harmlos aussehenden Flecken können Hautkrebs im Frühstadium sein. Laser oder aufhellende Creme können die Farbe aufhellen, das Problem dadurch verdecken und die Diagnose verzögern. Deshalb wird zuerst geklärt, worum es sich bei dem Fleck handelt.
Bleibt nach der Entfernung eines Muttermals eine Narbe zurück?
Jeder Eingriff, bei dem die Haut geschnitten oder verödet wird, kann eine gewisse Narbe hinterlassen; wie auffällig sie ist, hängt von Lage und Größe des Muttermals, vom Verfahren und von der persönlichen Veranlagung ab. Farbveränderungen kommen bei dunkleren Hauttypen häufiger vor. Besprechen Sie das vor dem Eingriff mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wird jedes entfernte Muttermal in die Pathologie geschickt?
Muttermale, die wegen eines Verdachts entfernt werden, werden zur Untersuchung geschickt. Bei harmlosen Hautveränderungen mit typischem Aussehen wird ärztlich entschieden, ob eine Untersuchung nötig ist. Von Hautveränderungen, die mit dem Laser oder durch Vereisung zerstört wurden, bleibt kein Gewebe zur Untersuchung zurück.
Quellen
- What to look for: ABCDEs of melanoma — American Academy of Dermatology (AAD)
- Moles — NHS (Vereinigtes Königreich)
- Skin tags — NHS (Vereinigtes Königreich)
- Products Marketed for Removing Moles and Other Skin Lesions Can Cause Injuries, Scarring (Consumer Update, 10. August 2022; Archivkopie) — U.S. Food and Drug Administration (FDA), 2022
- Ugly Duckling Sign as a Major Factor of Efficiency in Melanoma Detection (Gaudy-Marqueste C u. a.). JAMA Dermatol 153(4):279–284. PMID: 28196213 — JAMA Dermatology, 2017
- Lentigo maligna melanoma with a history of cosmetic treatment: Prevalence, surgical outcomes and considerations (Hibler BP u. a.). Lasers Surg Med 49(9):819–826. PMID: 28555933 — Lasers in Surgery and Medicine, 2017
- Changes in melanocytic nevi treated with laser hair removal: A systematic review (Cices A, Dover JS, Labadie JG). Lasers Surg Med 55(7):617–624. PMID: 37493510 — Lasers in Surgery and Medicine, 2023
Expertengremium Medizinische Ästhetik
Dieser Beitrag wurde vom DoktorClub-Expertengremium Medizinische Ästhetik geprüft.