Was passiert bei dieser Erkrankung?
Das System, mit dem die Zellen Schäden an der DNA reparieren, ist gestört. Davon sind Zellen betroffen, die sich schnell teilen, vor allem im Knochenmark. Das Knochenmark kann mit der Zeit nicht mehr genug Blutzellen bilden. Außerdem ist das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöht.
Welche Beschwerden können auftreten?
Probleme mit dem Knochenmark beginnen meist in den ersten 10 Lebensjahren. Körperliche Besonderheiten zeigen sich bei etwa 3 von 4 Menschen. Die Beschwerden sind von Mensch zu Mensch verschieden.
- Müdigkeit und Blässe (durch Blutarmut)
- Häufige Infektionen
- Leichte Blutergüsse und Blutungen
- Kleinwuchs (häufig)
- Helle oder milchkaffeefarbene Flecken auf der Haut
- Besonderheiten an Daumen oder Unterarm
- Besonderheiten im Aufbau von Nieren, Augen oder Herz (manchmal)
- Neigung zu Leukämie und bestimmten soliden Tumoren
Wie wird sie festgestellt?
Ein Blutbild und eine Untersuchung des Knochenmarks werden gemacht. An Blutzellen wird ein Test auf Chromosomenbrüchigkeit durchgeführt. Die Diagnose wird durch einen Gentest bestätigt. Es wird empfohlen, auch die Geschwister zu testen.
Behandlung und Versorgung
Bei Knochenmarkversagen ist die einzige dauerhafte Lösung eine Stammzell- bzw. Knochenmarktransplantation. Bestimmte Hormonmedikamente und Wachstumsfaktoren können die Blutwerte eine Zeit lang verbessern. Regelmäßige Krebsvorsorge ist sehr wichtig. Sonnenschutz und die HPV-Impfung werden empfohlen. Die Forschung zur Gentherapie geht weiter. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Meist wird die Erkrankung rezessiv vererbt. Bei einem Elternpaar, das beide Anlagen trägt, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind bei jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Ehen unter Verwandten können solche Erkrankungen häufiger vorkommen. Sehr selten entsteht sie X-chromosomal oder durch eine neu entstandene dominante Veränderung. Bei manchen Genen kann der Anlageträger-Status das Brustkrebsrisiko erhöhen. Eine genetische Beratung wird empfohlen.