Was passiert bei dieser Erkrankung?
Das Abwehrsystem greift irrtümlich die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark an. Die Hülle des Nervs oder die Nervenfaser wird geschädigt. Die Nerven können keine Befehle mehr an die Muskeln weiterleiten. Die Erkrankung beginnt oft einige Wochen nach einer Infektion.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden nehmen meist in den ersten 2–4 Wochen zu und kommen dann zum Stillstand.
- Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen
- Muskelschwäche, die an den Beinen beginnt und nach oben steigt
- Abgeschwächte oder fehlende Reflexe
- Stechende Nervenschmerzen in den Beinen oder im Rücken
- Schwäche der Gesichtsmuskeln, Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen
- Doppeltsehen
- Atembeschwerden (in schweren Fällen)
- Schwankungen von Blutdruck und Herzschlag (manchmal)
Wie wird sie festgestellt?
Die Ärztin oder der Arzt untersucht Reflexe, Muskelkraft und Empfindung. Es werden elektrische Messungen an Nerven und Muskeln gemacht. Nervenwasser aus dem unteren Rücken wird untersucht; auch Atem- und Blutuntersuchungen können hinzukommen.
Behandlung und Versorgung
Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus. Die Hauptbehandlung soll den Angriff des Abwehrsystems auf die Nerven stoppen. Dafür werden Immunglobuline über die Vene gegeben oder ein Plasmaaustausch, also eine Plasmapherese, gemacht. In schweren Fällen kann auf der Intensivstation eine Atemunterstützung nötig sein. Gegen Schmerzen und das Risiko von Blutgerinnseln gibt es unterstützende Behandlung. In der Erholungszeit sind Physiotherapie und Ergotherapie wichtig. Neue Behandlungen werden erforscht. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Diese Erkrankung ist nicht erblich. Fast alle Fälle treten bei Menschen auf, in deren Familie es keine ähnliche Erkrankung gibt. Man nimmt an, dass manche Gene das Risiko beeinflussen können, ein klares Vererbungsmuster gibt es aber nicht. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten; bei Erwachsenen und Männern ist sie etwas häufiger.