Was passiert bei dieser Erkrankung?
Das Immunsystem bildet irrtümlich Antikörper gegen die Blutplättchen. Blutplättchen sind kleine Zellen, die bei der Blutgerinnung helfen. Blutplättchen mit Antikörpern werden vor allem in der Milz abgebaut. Sinkt ihre Zahl, kommt es leicht zu Blutergüssen und Blutungen. Bei Kindern beginnt die Erkrankung oft nach einer Virusinfektion.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden zeigen sich meist an der Haut und im Mund. Je stärker die Zahl der Blutplättchen sinkt, desto höher ist das Blutungsrisiko.
- Leichte oder spontane Blutergüsse
- Stecknadelkopfgroße rote Punkte auf der Haut
- Nasen- und Zahnfleischbluten
- Blutblasen im Mund
- Starke oder lange Regelblutungen
- Blut im Urin, im Erbrochenen oder im Stuhl (seltener)
- Müdigkeit
- Hirnblutung (selten)
Wie wird sie festgestellt?
Mit einem vollständigen Blutbild wird die Zahl der Blutplättchen bestimmt. In einem Blutausstrich werden die Zellen unter dem Mikroskop untersucht. Für die Diagnose werden andere Ursachen niedriger Blutplättchen ausgeschlossen. Bei Bedarf wird das Knochenmark untersucht.
Behandlung und Versorgung
Bei den meisten Kindern heilt die Erkrankung innerhalb eines Jahres von selbst aus. Deshalb reicht bei Kindern oft eine engmaschige Beobachtung. Bei Bedarf werden Medikamente gegeben, die das Immunsystem dämpfen, oder Antikörper über die Vene. Medikamente, die die Bildung von Blutplättchen steigern, sind ebenfalls eine wichtige Möglichkeit. Bei manchen Menschen kann eine Entfernung der Milz infrage kommen. Bestimmte Schmerzmittel, die Blutungen verstärken können, werden nicht empfohlen. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
ITP ist keine Erbkrankheit. Sie entsteht, weil das Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Meist ist sonst niemand in der Familie erkrankt. Haben mehrere Menschen in der Familie niedrige Blutplättchen, wird auch an eine angeborene Erkrankung der Blutplättchen gedacht. Dann kann eine genetische Beratung Orientierung geben.