Was passiert bei dieser Erkrankung?
Vor der Geburt entsteht in einigen Zellen eine Veränderung im GNAQ-Gen. Diese Veränderung führt zu zu vielen Blutgefäßen in der Gesichtshaut, an den Hirnhäuten und im Auge. Die Durchblutung des Gehirns kann vermindert sein. Wie schwer die Beschwerden sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Welche Beschwerden können auftreten?
Es gibt drei Hauptzeichen, aber nicht jede Person hat alle.
- Rosa-violettes Feuermal im Gesicht (bei den meisten)
- Krampfanfälle, also epileptische Anfälle; sie beginnen meist vor dem 2. Lebensjahr
- Vorübergehende Schwäche einer Körperseite
- Migräneartige Kopfschmerzen
- Erhöhter Augeninnendruck, also grüner Star (Glaukom)
- Lern- oder Aufmerksamkeitsprobleme (manchmal)
- Gefäßknäuel in der hinteren Schicht des Auges (bei etwa einem Drittel)
Wie wird sie festgestellt?
An die Diagnose wird aufgrund des Muttermals und der Untersuchung gedacht. Für das Gehirn wird ein MRT mit Kontrastmittel gemacht. Wegen der Krampfanfälle wird ein EEG gemacht. Wegen des Glaukoms sind regelmäßige Augenuntersuchungen nötig.
Behandlung und Versorgung
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden. Das Feuermal kann mit Laser aufgehellt werden; mehrere Sitzungen können nötig sein. Krampfanfälle werden mit Medikamenten und bei Bedarf mit einer Operation kontrolliert. Beim Glaukom werden Augentropfen oder eine Operation eingesetzt. Physiotherapie, Förderunterricht und lebenslange Augenkontrollen sind wichtig. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung ist nicht erblich. Die Genveränderung entsteht vor der Geburt zufällig und nur in einigen Zellen. Sie wird nicht von Mutter oder Vater weitergegeben. Familien können ihre Fragen in einer genetischen Beratung besprechen.