Was passiert bei dieser Erkrankung?
Eine Veränderung im PHEX-Gen führt dazu, dass ein Protein namens FGF23 zunimmt. Dieses Protein verringert, dass die Niere Phosphat zurückholt und der Darm es aufnimmt. Phosphat wird für Knochen und Zähne gebraucht. Fehlt Phosphat, kommt es bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu einer Knochenerweichung.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden können selbst in derselben Familie sehr verschieden sein. Bei manchen Menschen ist nur das Phosphat im Blut niedrig.
- Langsames Wachstum und Kleinwuchs in der Kindheit
- Verbogene Beine
- Knochen- und Gelenkschmerzen
- Zahnabszesse, also Eiteransammlungen am Zahn
- Schmerzhafte Ermüdungsbrüche bei Erwachsenen
- Verkalkungen dort, wo Sehnen und Bänder am Knochen ansetzen
- Vorzeitiges Zusammenwachsen der Schädelknochen oder Hörverlust
Wie wird sie festgestellt?
Verbogene Beine und Kleinwuchs werden mit Röntgenbildern untersucht. Im Blut ist das Phosphat niedrig, Kalzium und Vitamin D sind normal. Der Phosphatverlust über die Niere wird gemessen. Ein Gentest zeigt die genaue Ursache.
Behandlung und Versorgung
Es gibt eine für diese Erkrankung zugelassene Behandlung. Sie hemmt die Wirkung von FGF23 und kann bei Kindern wie bei Erwachsenen eingesetzt werden. Die ältere Behandlung besteht aus Phosphat und aktivem Vitamin D. Diese Behandlung erfordert regelmäßige Blut- und Urinkontrollen. Zahnpflege, orthopädische Kontrollen und bei Bedarf Operationen gehören dazu. Eine frühe Behandlung kann Knochenprobleme verringern. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird über das X-Chromosom vererbt. Mädchen und Jungen können ähnlich betroffen sein. Eine erkrankte Mutter gibt sie an jedes Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent weiter. Ein erkrankter Vater gibt sie an alle Töchter weiter, nicht aber an seine Söhne. Eine genetische Beratung gibt der Familie Orientierung.