Was passiert bei dieser Erkrankung?
Die äußerste Schicht der Haut schützt den Körper und hält das Wasser im Körper. Bei dieser Erkrankung ist eines der Gene verändert, die diese Schicht bilden. Die Haut schuppt, und das Risiko für Wasserverlust und Infektionen steigt. Auch die Wärmeregulation kann gestört sein. Zur Gruppe gehören die lamelläre Ichthyose, eine Form mit geröteter Haut und als schwerste Form die Harlekin-Ichthyose.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden beginnen bei der Geburt und hängen von der Form ab.
- Bei der Geburt eine glänzende, straffe Haut, die den Körper umhüllt; Kollodiumbaby
- Große, dunkle oder feine Schuppen an weiten Teilen des Körpers
- Rötung der Haut (bei manchen Formen)
- Nach außen gestülpte Augenlider und Lippen
- Wenig Schwitzen und schlechte Hitzeverträglichkeit
- Verdickte Haut an Handflächen und Fußsohlen
- Haarausfall und Nagelveränderungen (manchmal)
- Wasserverlust und Infektionen beim Neugeborenen
Wie wird sie festgestellt?
An die Diagnose wird meist schon bei der Geburt aufgrund des Aussehens der Haut gedacht. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt untersucht die Haut. Ein Gentest kann zeigen, welches Gen verändert ist. Das hilft, die Form der Erkrankung zu verstehen.
Behandlung und Versorgung
Eine sichere Heilung gibt es nicht, aber Behandlungen lindern die Beschwerden. Grundlage der Pflege ist es, die Haut jeden Tag einzucremen. Schuppenlösende Cremes können dicke Schuppen verringern. In schweren Fällen können Medikamente eingesetzt werden, die die Erneuerung der Haut regulieren. Hautinfektionen werden behandelt. In der Neugeborenenzeit wird das Baby eng überwacht. Bei Hitze wird auf Überwärmung geachtet. Neue Behandlungen werden erforscht. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Diese Gruppe von Erkrankungen wird rezessiv vererbt. Um zu erkranken, braucht es zwei veränderte Gene; eines stammt von der Mutter, eines vom Vater. Eltern, die Anlageträger sind, haben meist keine Beschwerden. Bei einem Paar von Anlageträgern liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind in jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Ehen unter Verwandten kann die Wahrscheinlichkeit steigen, dass zwei Anlageträger zusammenkommen. Eine genetische Beratung gibt der Familie Orientierung.