Was passiert bei dieser Erkrankung?
Eine Veränderung im FXN-Gen verringert das Protein Frataxin. Dieses Protein ist wichtig für die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle. Wenn zu wenig Protein da ist, können manche Nerven- und Muskelzellen nicht gut arbeiten. Am stärksten sind das Nervensystem und das Herz betroffen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden beginnen meist zwischen 5 und 15 Jahren. Bei etwa 1 von 4 Menschen beginnen sie nach dem 25. Lebensjahr.
- Unsicheres Gleichgewicht und häufiges Hinfallen; das ist oft das erste Zeichen
- Ungeschickte, schlecht abgestimmte Bewegungen von Armen und Beinen, also Ataxie
- Veränderte, undeutliche Sprache
- Verlust von Kraft und Gefühl in den Beinen, Verlust der Reflexe
- Verdickung des Herzmuskels, also hypertrophe Kardiomyopathie
- Verkrümmung der Wirbelsäule und hohes Fußgewölbe
- Hörverlust (etwa 10 Prozent)
- Zuckerkrankheit (bei manchen Menschen)
Wie wird sie festgestellt?
Die Ärztin oder der Arzt macht eine neurologische Untersuchung. Die Diagnose wird durch einen Gentest gestellt, der die Zahl der Wiederholungen im FXN-Gen bestimmt. Für das Herz können EKG und Herzultraschall gemacht werden, außerdem Nervenuntersuchungen, MRT und Blutzuckertests.
Behandlung und Versorgung
Es gibt eine zugelassene Behandlung speziell für diese Erkrankung. Dieses Medikament wurde 2023 in den USA und 2024 in Europa zugelassen. Sein Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Physiotherapie, Sprachtherapie und Gehhilfen unterstützen den Alltag. Bei Problemen mit Wirbelsäule und Füßen können Orthesen genutzt werden. Herzerkrankung und Zuckerkrankheit werden regelmäßig kontrolliert und behandelt. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird rezessiv vererbt. Mutter und Vater sind meist gesunde Anlageträger. Bei einem Paar, das Anlageträger ist, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind bei jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. In Familien mit Verwandtenehen können rezessive Erkrankungen häufiger vorkommen. Eine genetische Beratung hilft, das Risiko in der Familie zu verstehen.