Was passiert bei dieser Erkrankung?
In der eigenen DNA der Mitochondrien, die in den Zellen Energie herstellen, liegt eine Veränderung vor. Deshalb können die Zellen nicht genug Energie herstellen. Am stärksten sind Gehirn und Muskeln betroffen. Im Blut kann sich ein Stoff namens Milchsäure (Laktat) ansammeln.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden beginnen oft bei einem Kind, das sich bis dahin normal entwickelt hat. Sie können aber in jedem Alter auftreten.
- Schlaganfallähnliche Episoden: vorübergehende Schwäche auf einer Seite, Sehstörungen (bei den meisten vor dem 40. Lebensjahr)
- Starke, migräneartige Kopfschmerzen
- Erbrechen und Appetitlosigkeit
- Krampfanfälle
- Muskelschwäche und rasche Erschöpfung
- Hörverlust
- Kleinwuchs
- Zuckerkrankheit, Herz- und Nierenprobleme (seltener)
Wie wird sie festgestellt?
Im Blut wird der Laktatwert bestimmt. Während einer Episode zeigt das MRT des Gehirns typische Veränderungen. Die Diagnose wird durch einen Gentest gestellt, der die DNA der Mitochondrien untersucht. Manchmal ist eine Muskelbiopsie nötig, also die Entnahme eines kleinen Stücks Muskel.
Behandlung und Versorgung
Die Behandlung richtet sich meist auf die Beschwerden und auf Unterstützung. Zur Behandlung und Vorbeugung der Episoden können bestimmte Aminosäuren und Vitamine ergänzt werden. Krampfanfälle, Zuckerkrankheit und Hörverlust werden gesondert behandelt. Impfungen helfen, Episoden zu verringern, die durch fieberhafte Erkrankungen ausgelöst werden. Manche Medikamente können die Mitochondrien schädigen. Augen, Ohren und Herz werden einmal im Jahr kontrolliert. Die Forschung läuft. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
MELAS wird von der Mutter an das Kind weitergegeben. Das nennt man mitochondriale Vererbung. Eine Mutter mit der Genveränderung gibt sie an alle ihre Kinder weiter. Die Schwere der Beschwerden kann bei den Kindern aber sehr unterschiedlich sein. Väter geben diese Erkrankung nicht an ihre Kinder weiter. Manchmal tritt sie durch eine neue Veränderung auf, ohne dass sie in der Familie vorkam. Eine genetische Beratung wird empfohlen.