Was passiert bei dieser Erkrankung?
Bei der PSP bildet ein Protein namens Tau im Gehirn Klumpen. Diese Klumpen schädigen Gehirnzellen, die Bewegung und Gleichgewicht steuern. Die Beschwerden beginnen meist nach dem 60. Lebensjahr. Sie nehmen mit der Zeit zu, das Tempo ist aber von Mensch zu Mensch sehr verschieden.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden nehmen mit der Zeit zu und sind von Mensch zu Mensch verschieden.
- Gleichgewichtsverlust und häufige Stürze (das häufigste frühe Zeichen)
- Schwierigkeiten, nach oben und unten zu blicken
- Muskelsteifigkeit und verlangsamte Bewegungen
- Langsame, leise oder verwaschene Sprache
- Schluckbeschwerden
- Verhaltensänderungen wie Interessenverlust oder Reizbarkeit
- Verlangsamtes Denken und Vergesslichkeit
Wie wird sie festgestellt?
Für PSP gibt es keinen einzelnen Test. Die Diagnose stellt eine Fachärztin oder ein Facharzt für Neurologie anhand der Art der Beschwerden. Um ähnliche Erkrankungen wie Parkinson abzugrenzen, kann ein MRT des Gehirns gemacht werden. Auch Tests für Gedächtnis und Aufmerksamkeit werden gemacht.
Behandlung und Versorgung
Eine Behandlung, die das Fortschreiten der PSP aufhält, gibt es noch nicht; die Forschung läuft. Die Behandlung soll die Beschwerden lindern und die Lebensqualität erhalten. Gegen Muskelsteifigkeit können Medikamente, für das Gleichgewicht Physiotherapie gegeben werden. Sprech- und Schlucktherapie sowie Ergotherapie helfen. Bei Augenproblemen können spezielle Brillen oder Spritzen eingesetzt werden. Wenn das Schlucken sehr schwer wird, kann eine Ernährungssonde erwogen werden. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
PSP ist meist nicht erblich. Sie tritt auf, ohne dass jemand anderes in der Familie betroffen ist. Für Kinder und Geschwister ist das Risiko sehr gering. Sehr selten kommt sie familiär vor; dann wird sie dominant vererbt. In diesem Fall liegt die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe an jedes Kind eines erkrankten Elternteils bei 1 zu 2. Wenn eine ähnliche Erkrankung in der Familie vorkommt, kann eine genetische Beratung in Anspruch genommen werden.