Was passiert bei dieser Erkrankung?
Auf Chromosom 7 fehlt ein kleines Stück mit 25 bis 27 Genen. Eines der fehlenden Gene bildet das Eiweiß Elastin, das den Gefäßen Elastizität verleiht. Deshalb können Herz und Blutgefäße verengt sein. Auch Entwicklung, Lernen und Verhalten sind betroffen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden sind von Mensch zu Mensch verschieden.
- Verengung der Hauptschlagader (Aorta) am Herzausgang und andere Gefäßverengungen (häufig)
- Leichte bis mittlere Lernschwierigkeit, Entwicklungsverzögerung
- Sehr herzliche, freundliche Persönlichkeit; Interesse an Musik
- Aufmerksamkeitsprobleme und Ängste
- Charakteristisches Aussehen des Gesichts; kleine Zähne mit Lücken
- Ernährungsprobleme im Säuglingsalter und erhöhtes Kalzium im Blut
- Bluthochdruck und starke Geräuschempfindlichkeit
- Kleinwuchs
Wie wird sie festgestellt?
Die Diagnose wird durch einen Bluttest gestellt, der das fehlende Stück auf Chromosom 7 nachweist. Herz und Gefäße werden mit einer Echokardiographie untersucht. Kalzium wird in Blut und Urin gemessen, Blutdruck und Nieren werden kontrolliert.
Behandlung und Versorgung
Eine speziell für diese Erkrankung bestimmte Behandlung gibt es nicht. Die Betreuung richtet sich nach den Beschwerden. Verengungen von Herz und Gefäßen werden kontrolliert; die Behandlung richtet sich danach, wie stark die Verengung ist. Erhöhtes Kalzium wird behandelt; zusätzliches Kalzium und Vitamin D werden nicht eingenommen. Physiotherapie, Entwicklungsförderung und Sprachtherapie helfen. Es wird empfohlen, dass eine Fachärztin oder ein Facharzt für Humangenetik die Betreuung koordiniert. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Meist ist die Erkrankung nicht erblich. Das fehlende Stück entsteht zufällig bei der Bildung der Eizelle oder Samenzelle. In der Familie gibt es keine weiteren Erkrankten. Ein Mensch mit Williams-Beuren-Syndrom gibt es aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an jedes seiner Kinder weiter. Eine genetische Beratung gibt der Familie Orientierung.