Was passiert bei dieser Erkrankung?
Eine Veränderung im HMBS-Gen verringert ein Enzym, das Häm bildet. Häm ist ein wichtiger Teil des Proteins, das im Blut Sauerstoff transportiert. Bestimmte Medikamente, Fasten, Alkohol oder hormonelle Veränderungen können eine Attacke auslösen. Dann sammeln sich in der Leber Zwischenprodukte an und wirken auf die Nerven.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden treten in Attacken auf. Die Attacken beginnen meist in den 20er- oder 30er-Lebensjahren und sind bei Frauen häufiger. Zwischen den Attacken geht es den meisten gut.
- Starke, ausgedehnte Bauchschmerzen (häufigstes Anzeichen)
- Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
- Dunkler oder rötlicher Urin
- Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Muskelschwäche
- Schneller Herzschlag und hoher Blutdruck
- Angst, Schlaflosigkeit, Bewusstseinsveränderungen
- Krampfanfälle
Wie wird sie festgestellt?
Bei unerklärlichen Bauchschmerzattacken wird an diese Erkrankung gedacht. Während einer Attacke ist der Stoff Porphobilinogen im Urin erhöht. Weitere Tests unterscheiden die Form. Ein Gentest hilft, Familienmitglieder zu untersuchen.
Behandlung und Versorgung
Eine schwere Attacke wird im Krankenhaus behandelt. Eingesetzt werden eine Häm-Behandlung über die Vene und Zuckerzufuhr. Für Erwachsene mit häufigen Attacken gibt es außerdem eine zugelassene, speziell für diese Erkrankung bestimmte vorbeugende Behandlung. Es ist wichtig, Auslöser zu meiden. Vor jedem neuen Medikament sollte gefragt werden, ob es sicher ist. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird dominant vererbt. Ein Elternteil mit der Genveränderung gibt sie an jedes Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent weiter. Die meisten Menschen mit der Genveränderung haben aber nie eine Attacke. Wird in der Familie die Diagnose gestellt, kann Angehörigen ein Gentest empfohlen werden. Eine genetische Beratung gibt der Familie Orientierung.