Was passiert bei dieser Erkrankung?
Eine Veränderung im MAN2B1-Gen stört das Enzym Alpha-Mannosidase. Dieses Enzym baut Zuckerketten ab, die an Proteine gebunden sind. Die nicht abgebauten Ketten sammeln sich in den Zellen an und schädigen sie. Es gibt verschiedene Formen von leicht bis schwer.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Leichte Formen schreiten langsam fort.
- Verzögerte geistige Entwicklung, Sprachschwierigkeiten
- Hörverlust
- Häufige Infektionen
- Deutliche Gesichtszüge und Veränderungen am Skelett
- Unsichere Bewegungen und Muskelschwäche
- Verspätetes Sitzen und Laufen
- Grauer Star, also eine Trübung der Augenlinse
- Bei manchen Menschen seelische Beschwerden wie Angst oder Niedergeschlagenheit
Wie wird sie festgestellt?
In den weißen Blutkörperchen wird das Enzym Alpha-Mannosidase gemessen. Bestimmte Zuckerketten können im Urin erhöht sein. Die Diagnose wird durch einen Gentest des MAN2B1-Gens bestätigt.
Behandlung und Versorgung
Für die Beschwerden außerhalb des Nervensystems gibt es eine zugelassene Enzymersatztherapie. Infektionen werden frühzeitig behandelt. Hörgeräte und Paukenröhrchen helfen beim Hören. Physiotherapie, Sprachtherapie und besondere Förderung sind wichtig. Eine Knochenmarktransplantation ist eine Möglichkeit, die noch erforscht wird. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird rezessiv vererbt. Mutter und Vater sind meist gesunde Anlageträger. Bei einem Elternpaar, das beide Anlagen trägt, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind bei jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Ehen unter Verwandten können solche Erkrankungen häufiger vorkommen. Eine genetische Beratung gibt der Familie Orientierung.