Was passiert bei dieser Erkrankung?
Veränderungen im ATM-Gen lösen die Erkrankung aus. Dieses Gen bildet ein Protein, das hilft, beschädigte DNA zu reparieren. Wenn das Protein nicht funktioniert, werden die Zellen im Kleinhirn geschädigt. Das Abwehrsystem wird schwach und die Zellen reagieren sehr empfindlich auf Strahlung.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden beginnen meist vor dem 5. Lebensjahr.
- Schwierigkeiten beim Gehen und mit dem Gleichgewicht, also Ataxie
- Verwaschene Sprache
- Schwierigkeiten, die Augen zur Seite zu bewegen
- Erweiterte feine Blutgefäße im Augenweiß und auf der Haut, also Teleangiektasien
- Häufig wiederkehrende Lungeninfektionen
- Erhöhtes Risiko für Blutkrebs wie Leukämie und Lymphom
- Starke Empfindlichkeit gegenüber Strahlung, auch Röntgenstrahlung
Wie wird sie festgestellt?
Die Ärztin oder der Arzt untersucht und achtet auf die Beschwerden. Das Alpha-Fetoprotein (AFP) im Blut ist meist erhöht. Es werden Untersuchungen des Abwehrsystems gemacht, und die Diagnose wird durch einen Gentest gesichert, der das ATM-Gen untersucht.
Behandlung und Versorgung
In den USA wurde im September 2026 eine Behandlung speziell für diese Erkrankung zugelassen, die bei Bewegungs- und Gleichgewichtsproblemen eingesetzt wird. Diese Behandlung beseitigt die Erkrankung selbst nicht. Physiotherapie und Sprachtherapie unterstützen. Der Mangel an Abwehrkräften und Ernährungsprobleme werden gesondert behandelt. Unnötige Röntgenaufnahmen werden vermieden, ebenso eine Strahlentherapie. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird rezessiv vererbt. Mutter und Vater sind meist gesunde Anlageträger. Bei einem Paar, das Anlageträger ist, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind bei jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. In Familien mit Verwandtenehen können rezessive Erkrankungen häufiger vorkommen. Anlageträger erkranken nicht, ihr Risiko für manche Krebsarten kann aber erhöht sein. Bei Anlageträgerinnen ist das Risiko für Brustkrebs höher. Eine genetische Beratung hilft, über diese Risiken zu sprechen.