Was passiert bei dieser Erkrankung?
Die Huntington-Krankheit ist eine Erbkrankheit, die mit der Zeit Nervenzellen im Gehirn schädigt. Sie beeinflusst Bewegung, Denken und Stimmung. Sie beginnt oft, wenn die Menschen in ihren 30ern oder 40ern sind. Seltener kann sie in der Kindheit oder im Jugendalter beginnen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die ersten Beschwerden können leicht sein und nehmen langsam zu. Die Erkrankung schreitet fort und verkürzt das Leben.
- Unwillkürliche, plötzliche, ruckartige Bewegungen, also Chorea (häufig)
- Unsicherheit beim Gleichgewicht und nachlassende Geschicklichkeit der Hände (häufig)
- Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, zu planen und sich zu erinnern (häufig)
- Veränderungen der Stimmung wie Depression und Reizbarkeit (häufig)
- Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken (im weiteren Verlauf der Erkrankung)
- Gewichtsverlust (manchmal)
- Muskelsteifheit und Krampfanfälle bei der in der Kindheit beginnenden Form (manchmal)
Wie wird sie festgestellt?
An die Diagnose wird aufgrund der Beschwerden, einer neurologischen Untersuchung und der Familiengeschichte gedacht. Auch eine Bildgebung des Gehirns kann helfen. Gesichert wird die Diagnose durch einen Gentest, der die Veränderung im HTT-Gen zeigt.
Behandlung und Versorgung
Eine Behandlung, die die Erkrankung aufhält, gibt es bisher nicht. Die Behandlung soll unwillkürliche Bewegungen, Stimmungs- und Schlafprobleme lindern. Physiotherapie, Sprachtherapie, Ergotherapie und psychologische Unterstützung sind wichtig. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird dominant vererbt: Ein einziges verändertes Gen reicht aus. Für jedes Kind eines erkrankten Elternteils liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent. Erwachsene ohne Beschwerden können sich auf Wunsch testen lassen; diese Entscheidung wird gemeinsam mit einer genetischen Beratung getroffen.