Was passiert bei dieser Erkrankung?
Die Erkrankung entsteht durch eine Veränderung im IKBKG-Gen. Dieses Gen schützt die Zellen vor bestimmten schädlichen Signalen. Bei Mädchen sind manche Zellen gesund, andere betroffen. Deshalb zeigen sich die Hautveränderungen in Linien und Wirbeln. Auch die kleinen Blutgefäße in Auge und Gehirn können betroffen sein.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Hautzeichen verändern sich über die Jahre in Stadien.
- Ausschlag mit Bläschen bei der Geburt oder in den ersten Monaten
- Danach warzenähnliche, erhabene Flecken
- Grau-braune Flecken in Wirbelform; sie verblassen mit der Zeit
- Bei Erwachsenen helle Linien an Armen und Beinen
- Fehlende oder kleine Zähne
- Haarausfall und Nagelveränderungen
- Gefäßprobleme der Netzhaut und Risiko für Sehverlust (bei manchen)
- Krampfanfälle oder Entwicklungsverzögerung (manchmal)
Wie wird sie festgestellt?
Die Diagnose wird meist anhand der typischen Hautzeichen gestellt. Bei Bedarf wird ein Gentest auf das IKBKG-Gen gemacht. Die Augen des Babys werden in den ersten Jahren häufig von der Augenärztin oder dem Augenarzt untersucht. Weil die Erkrankung mild sein kann, wird auch eine Untersuchung der Mutter empfohlen.
Behandlung und Versorgung
Die Hautzeichen verschwinden meist von selbst. Die Haut wird sauber gehalten, und Infektionen werden verhindert. Gefäßprobleme der Netzhaut können mit Vereisung oder Laser behandelt werden. Krampfanfälle und Probleme des Nervensystems werden von Fachleuten für Kinderneurologie überwacht. Bei Zahnproblemen ist eine Kinderzahnärztin oder ein Kinderzahnarzt nötig; schon in der Kindheit können Implantate eingesetzt werden. Entwicklungsförderung und Förderunterricht können nötig sein. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Incontinentia pigmenti wird X-chromosomal-dominant vererbt. Bei etwa 65 Prozent der Betroffenen ist die Genveränderung neu entstanden. Eine erkrankte Mutter gibt das Gen in jeder Schwangerschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 2 weiter. Jungen, die dieses Gen erhalten, gehen meist schon vor der Geburt verloren. Deshalb sind die meisten Betroffenen Mädchen. Eine genetische Beratung und Testmöglichkeiten in der Schwangerschaft können besprochen werden.