Was passiert bei dieser Erkrankung?
Eine Veränderung im DDC-Gen verringert die Arbeit des Enzyms AADC. Dieses Enzym bildet in den Nervenzellen Dopamin und Serotonin. Wenn zu wenig von diesen Botenstoffen vorhanden ist, sind Bewegung und Entwicklung gestört. Auch Körperfunktionen, die von selbst ablaufen, wie Blutdruck, Körpertemperatur und Schwitzen, sind betroffen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden beginnen meist in den ersten sechs Lebensmonaten.
- Schlaffe Muskeln und Schwierigkeiten bei der Ernährung (häufige erste Zeichen)
- Episoden, in denen die Augen unwillkürlich nach oben wandern (bei den meisten)
- Entwicklungsverzögerung
- Unwillkürliche Anspannungen und ungewöhnliche Körperhaltungen (häufig)
- Schlafprobleme (bei den meisten)
- Starkes Schwitzen, verstopfte Nase, hängende Augenlider
- Gestörte Temperaturregulation und Unterzuckerung (manchmal)
- Unruhe und Ängstlichkeit
Wie wird sie festgestellt?
Im Nervenwasser werden die Werte der Botenstoffe bestimmt. Im Blut wird die Aktivität des Enzyms AADC gemessen. Ein Gentest zeigt die Veränderung im DDC-Gen. Das MRT des Gehirns ist meist unauffällig.
Behandlung und Versorgung
Es werden Medikamente und Vitamine eingesetzt, die die Beschwerden lindern. Es gibt außerdem eine zugelassene Gentherapie speziell für diese Erkrankung. Diese Behandlung wird bei einer Operation am Gehirn gegeben. Sie ist in Europa und in den USA zugelassen. Auch Unterstützung bei der Ernährung, Physiotherapie und Behandlung von Schlafproblemen sind wichtig. Regelmäßige Kontrollen sind nötig. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird rezessiv vererbt. Mutter und Vater sind Anlageträger ohne Beschwerden. Bei einem Paar, das Anlageträger ist, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind bei jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Verwandtenehen können rezessive Erkrankungen häufiger vorkommen. Wenn auch Geschwister getestet werden, hilft das bei einer frühen Diagnose. Eine genetische Beratung wird empfohlen.