Was passiert bei dieser Erkrankung?
Eine Veränderung im AGXT-Gen stört ein Enzym in der Leber. Deshalb entsteht im Körper zu viel Oxalat. Oxalat verbindet sich im Urin mit Kalzium und bildet Steine. Lässt die Nierenfunktion nach, lagert sich Oxalat auch in anderen Geweben wie Knochen und Gefäßen ab.
Welche Beschwerden können auftreten?
Nierensteine können in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter beginnen. Der Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden.
- Wiederholte Nieren- und Blasensteine
- Blut im Urin
- Harnwegsinfektionen
- Verkalkung der Nieren
- Nachlassende Nierenfunktion
- Knochenbrüche im späteren Verlauf
Wie wird sie festgestellt?
Bei Kindern mit Steinen oder Nierenverkalkung wird nach dieser Erkrankung gesucht. Oxalat wird in Urin und Blut gemessen, und die Zusammensetzung der Steine wird untersucht. Die sichere Diagnose wird mit einem Gentest gestellt.
Behandlung und Versorgung
Es gibt für diese Erkrankung zugelassene Behandlungen. Sie verringern die Oxalatbildung in der Leber. Viel trinken verringert die Steinbildung. Bei manchen Betroffenen senkt zusätzliches Vitamin B6 das Oxalat. Steine können mit schonenden, geschlossenen Verfahren entfernt werden. Bei Nierenversagen kommen Dialyse oder eine Leber- und Nierentransplantation infrage. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird rezessiv vererbt. Mutter und Vater sind meist gesunde Anlageträger. Bei einem Elternpaar, das beide Anlagen trägt, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein erkranktes Kind bei jeder Schwangerschaft bei 1 zu 4. Bei Ehen unter Verwandten können solche Erkrankungen häufiger vorkommen. Eine genetische Beratung gibt der Familie Orientierung.