Was passiert bei dieser Erkrankung?
Die Muskeldystrophie Duchenne ist eine Erbkrankheit, die die Muskeln nach und nach schwächt. Es fehlt ein Eiweiß namens Dystrophin, das die Muskelzellen schützt. Sie betrifft sowohl die Skelettmuskeln als auch den Herzmuskel. Sie kommt fast nur bei Jungen vor.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Muskelschwäche beginnt in der frühen Kindheit und nimmt rasch zu. Die Erkrankung schreitet fort und verkürzt das Leben. Dank Fortschritten in der Betreuung ist die Lebenserwartung aber gestiegen.
- Verzögerung bei Fähigkeiten wie Sitzen und Gehen (häufig)
- Häufiges Hinfallen; Schwierigkeiten beim Treppensteigen und beim Aufstehen vom Boden (häufig)
- Verlust der Gehfähigkeit gegen das Jugendalter hin (häufig)
- Schwächung des Herzmuskels, also Kardiomyopathie (häufig; beginnt oft im Jugendalter)
- Schwächung der Atemmuskeln (im weiteren Verlauf der Erkrankung)
- Schwierigkeiten beim Lernen, bei der Aufmerksamkeit oder im Verhalten (manchmal)
- Muskelschmerzen und Steifheit der Gelenke (manchmal)
Wie wird sie festgestellt?
An die Diagnose wird gedacht, wenn Muskelschwäche und eine verzögerte Entwicklung auffallen. Es werden Bluttests und ein Gentest gemacht. Der Gentest zeigt die Veränderung im DMD-Gen. Manchmal werden auch eine Muskelbiopsie (Entnahme eines kleinen Stücks Muskel) oder eine MRT der Muskeln eingesetzt.
Behandlung und Versorgung
Medikamente vom Typ der Steroide helfen, Muskelkraft und Beweglichkeit zu erhalten. Für bestimmte Genveränderungen gibt es auch zielgerichtete Behandlungen. Physiotherapie, Kontrollen von Herz und Atmung sowie Unterstützung bei Ernährung und in der Schule gehören zur Betreuung. Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, die oder der die Erkrankung betreut.
Für die Familie: Vererbung und genetische Beratung
Die Erkrankung wird über das X-Chromosom vererbt. Die Veränderung stammt oft von der Mutter, die Überträgerin ist; manchmal entsteht sie beim Kind neu. Für jeden Sohn einer Überträgerin liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent. Auch Überträgerinnen werden am Herzen kontrolliert; den Familien wird eine genetische Beratung empfohlen.